PowerStationFacts

Welche Powerstation betreibt einen Heizlüfter, und wie lange?

Ein Heizlüfter zieht 750 bis 1.500 W, dauerhaft, ohne jede Einschaltdauer. Auf voller Stufe kostet eine Stunde mit 85 % Wirkungsgrad rund 1.765 Wh aus dem Akku. Selbst vier Kilowattstunden sind damit nach gut zwei Stunden leer, zwei Kilowattstunden nach gut einer. Die ehrliche Antwort lautet: als Notheizung taugt das nicht, als kurzzeitige Wärmequelle schon.

PowerStationFacts nimmt am Amazon-Partnerprogramm teil. Kaufen Sie über einen Link auf dieser Seite, erhalten wir möglicherweise eine Provision. Ihr Preis ändert sich dadurch nicht.

Die Rechnung, ohne Beschönigung

Ein Heizlüfter ist ein Heizstab mit einem Lüfter davor. Er hat keinen Kompressor, keinen Anlaufstrom und keine Einschaltdauer, die etwas abmildern würde. Er wandelt jede aufgenommene Wattstunde in Wärme um, und er tut das so lange, wie er eingeschaltet ist.

Diese Seite rechnet mit 1.500 W für die volle Stufe, innerhalb einer Spanne von 750 bis 1.500 W. Mit den durchgehend angenommenen 85 % Wirkungsgrad kostet eine Stunde auf voller Stufe rund 1.765 Wh aus dem Akku. Auf halber Stufe, also 750 W, sind es rund 880 Wh je Stunde.

Vergleichen Sie das mit einem Kühlschrank: Der kostet nach denselben Annahmen rund 49 Wh je Stunde. Ein Heizlüfter auf voller Stufe entspricht also rund sechsunddreißig Kühlschränken. Dieselbe Powerstation hält entweder den Kühlschrank zwei Tage kalt oder ein Zimmer eine Stunde warm. Das ist die Entscheidung, die Sie hier treffen, und sie sollte bewusst fallen. Die Kühlschrankrechnung steht ausführlich auf der Kühlschrank-Seite.

Was die Tabellen zeigen, und was nicht

Lesen Sie die Zeile zum Heizlüfter. Sie ist in beiden Tabellen die kürzeste, und das ist die Botschaft.

Zwei Kilowattstunden

GerätTypische LeistungsaufnahmeGeschätzte Laufzeit
Kühlschrank120 W41 Std. 27 Min.
CPAP-Gerät45 W38 Std. 41 Min.
Router und Modem15 W116 Std. 3 Min.
Fernseher90 W19 Std. 21 Min.
Mikrowelle1200 W1 Std. 27 Min.

Vier Kilowattstunden

GerätTypische LeistungsaufnahmeGeschätzte Laufzeit
Kühlschrank120 W82 Std. 54 Min.
CPAP-Gerät45 W77 Std. 22 Min.
Router und Modem15 W232 Std. 6 Min.
Fernseher90 W38 Std. 41 Min.
Mikrowelle1200 W2 Std. 54 Min.

Was die Tabellen nicht zeigen: ob der Raum dabei tatsächlich warm wird. 1.500 W wärmen ein kleines, gut gedämmtes Zimmer spürbar auf. In einem Altbauzimmer mit hohen Decken und einfachem Fenster halten sie kaum die Temperatur. Die Laufzeit in der Tabelle ist also eine obere Schranke für die Frage, die Sie eigentlich stellen, nämlich ob Sie es danach warm haben.

Und noch etwas steht nicht in der Tabelle: Eine solche Dauerlast belastet den Wechselrichter über die gesamte Zeit an seiner Leistungsgrenze. Manche Geräte drosseln dabei oder schalten thermisch ab, bevor der Akku leer ist. Das ist kein Defekt, sondern Schutz, aber es verkürzt das Ergebnis weiter.

Spannungsabsenkung: hier ist sie legitim

X-Boost bei EcoFlow und Lifting Power bei BLUETTI versorgen eine Last oberhalb der Nennleistung, indem sie die Ausgangsspannung absenken. Bei einem Motor oder bei Elektronik ist das der falsche Weg, und diese Seite sagt das an jeder anderen Stelle deutlich.

Ein Heizlüfter ist der Fall, in dem es legitim funktioniert. Ein Heizstab ist eine ohmsche Last: Weniger Spannung bedeutet weniger Strom und weniger Leistung, sonst nichts. Das Gerät wird einfach weniger heiß und läuft weiter, statt abzuschalten. Der Lüftermotor dreht dabei etwas langsamer, was hier ohne Folgen bleibt.

Erwarten Sie davon aber nicht, was es nicht ist. Sie bekommen keine zusätzliche Energie, sondern die Erlaubnis, ein zu großes Gerät mit gedrosselter Leistung zu betreiben. Die Wärme fällt entsprechend geringer aus, und die Laufzeit verlängert sich genau um den Faktor, um den die Leistung sinkt. Wer dasselbe Ergebnis will, stellt schlicht die niedrigere Stufe am Heizlüfter ein.

Wenn Sie es trotzdem tun wollen

Nur diese Klasse kommt überhaupt infrage, und auch hier reden wir über Stunden, nicht über eine Nacht.

Anker SOLIX F3800 hat mit 6 000 W Dauerleistung und 3 840 Wh die größten Zahlen im Feld. Ein Heizlüfter auf voller Stufe nutzt davon einen Bruchteil der Leistung und die gesamte Kapazität, und das beschreibt das Problem recht genau.

BLUETTI Apex 300 bietet 2 764,8 Wh, Erweiterbar und 6 000 Zyklen bis 80 % angegebene Lebensdauer. Mit Zusatzakkus lässt sich die Laufzeit hier tatsächlich verlängern, was bei einer Heizlast der einzige ehrliche Weg ist.

EcoFlow DELTA Pro 3 kombiniert 4 096 Wh mit 2 600 W Solareingang und 50 Minuten Ladezeit am Netz. Im Winter, wenn ein Heizlüfter gebraucht wird, liefert Solar allerdings am wenigsten, und die Powerstation selbst lädt unter null Grad meist gar nicht. Beide Punkte fallen genau dann aus, wenn man sie bräuchte. Die beiden größten Geräte stehen nebeneinander unter F3800 gegen DELTA Pro 3.

Die günstigeren Antworten

Wenn das Ziel ist, einen Stromausfall im Winter zu überstehen, gibt es bessere Wege als eine Kilowattlast aus dem Akku.

  • Den Menschen wärmen, nicht den Raum. Decken, Schlafsack, Schichten. Eine beheizte Weste oder eine Heizdecke zieht eine Größenordnung weniger und wärmt spürbar mehr, weil die Wärme dorthin geht, wo sie gebraucht wird.
  • Die vorhandene Heizung am Leben halten. Eine Gas- oder Ölheizung steht im Ausfall oft nur still, weil Steuerung und Umwälzpumpe keinen Strom haben. Das sind zusammen meist unter hundert Watt, also eine Last, die jede mittlere Powerstation tagelang trägt. Das ist der mit Abstand wirksamste Einsatz eines Akkus im Winter. Die elektrische Einbindung gehört in die Hand einer Fachfirma.
  • Einen Raum aufgeben. Türen schließen, in ein Zimmer ziehen, Rollläden herunterlassen. Das kostet nichts und wirkt stärker als jeder Heizlüfter mit Akku.
  • Nicht elektrisch heizen. Ein Petroleum- oder Gasofen ist im Ausfall die technisch passendere Lösung, verlangt aber Lüftung, einen CO-Melder und Aufmerksamkeit. Diese Seite empfiehlt keinen Betrieb ohne die Vorgaben des Herstellers.

Prüfen Sie Ihren eigenen Heizlüfter, und die Grenzen dieser Zahlen

Die Wattangaben hier sind übliche Ausgangspunkte, keine Messwerte Ihres Geräts. Auf dem Typenschild Ihres Heizlüfters steht die Anschlussleistung, meist getrennt nach Stufen. Viele Geräte bieten eine höhere Stufe als die hier angenommenen 1.500 W, und dann verschiebt sich das Ergebnis entsprechend nach unten.

Zwei weitere Einschränkungen. Kälte senkt die nutzbare Kapazität eines Akkus, und die meisten Powerstations laden unter null Grad gar nicht. Ein unbeheizter Raum ist also der ungünstigste Ort für beide Seiten dieser Rechnung. Und eine Zyklenangabe bezieht sich immer auf einen Anteil der ursprünglichen Kapazität, üblich sind 80 %, manchmal 70 %. Rechnen Sie Ihren eigenen Fall im Laufzeitrechner durch, bevor Sie eine Kaufentscheidung an eine Heizlast hängen.

Häufige Fragen

Wie lange läuft ein Heizlüfter an einer Powerstation?

Auf voller Stufe mit 1.500 W und 85 % Wirkungsgrad kostet eine Stunde rund 1.765 Wh. Zwei Kilowattstunden sind damit nach gut einer Stunde leer, vier Kilowattstunden nach gut zwei. Auf halber Stufe verdoppeln sich diese Zeiten ungefähr.

Gibt es eine Powerstation, die einen Heizlüfter über Nacht trägt?

In diesem Datenbestand keine. Acht Stunden auf voller Stufe entsprächen rund vierzehn Kilowattstunden aus dem Akku, also einem Vielfachen des größten hier erfassten Geräts. Auch mit Zusatzakkus bleibt das ein unwirtschaftlicher Weg, ein Zimmer zu heizen.

Hilft X-Boost oder Lifting Power bei einem Heizlüfter?

Ja, und das ist einer der wenigen Fälle, in denen diese Verfahren sauber funktionieren. Ein Heizstab ist eine ohmsche Last, weniger Spannung bedeutet einfach weniger Leistung. Sie gewinnen dadurch keine Energie, sondern betreiben ein zu großes Gerät gedrosselt. Denselben Effekt erzielen Sie, indem Sie die niedrigere Stufe einstellen.

Was ist im Winter der sinnvollere Einsatz eines Akkus?

Die vorhandene Heizung am Laufen zu halten. Steuerung und Umwälzpumpe einer Gas- oder Ölheizung liegen zusammen meist unter hundert Watt, und damit trägt eine mittlere Powerstation die Heizung tagelang statt ein Zimmer für eine Stunde. Die elektrische Einbindung gehört zu einer Fachfirma.

Und eine Heizdecke oder eine beheizte Weste?

Das sind die klugen Lasten. Sie liegen eine Größenordnung unter einem Heizlüfter, weil sie den Menschen wärmen statt der Raumluft. Eine Powerstation der Kilowattstunden-Klasse trägt so etwas eine ganze Nacht, was ein Heizlüfter an keinem Gerät dieses Datenbestands schafft.