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Powerstation für eine netzferne Hütte auswählen

Ohne Steckdose im Hintergrund ist der Akku immer nur so gut wie das, was ihn wieder füllt. Der maximale Solareingang, das Spannungsfenster, das über die anschließbaren Module entscheidet, und die Zyklenfestigkeit zählen hier mehr als die Kapazität. Rechnen Sie für die schlechteste Woche des Jahres, nicht für die durchschnittliche.

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Ohne Netz bestimmt die Ladeseite den ganzen Entwurf

Bei jedem anderen Einsatz in diesem Datenbestand steht irgendwo im Hintergrund eine Steckdose. Beim Camping die Stromsäule, im Camper die Lichtmaschine, im Haus das Netz, das zurückkommt. Eine Hütte hat nichts davon, und die Folge ist, dass genau der Wert, der sonst überflogen wird, den Kauf entscheidet.

Zwei Zahlen erledigen die Arbeit. Der maximale Solareingang nennt die Obergrenze dessen, was das Gerät an einem guten Tag aufnimmt. Das Spannungsfenster, das in derselben Zeile des Datenblatts steckt, entscheidet, welche Module sich überhaupt anschließen lassen. Erst die Anlage zu kaufen und dann die Powerstation ist der klassische Weg zu Hardware, die sich nicht verbinden lässt. Lesen Sie das Fenster, bevor Sie Module bestellen, ausführlich erklärt auf der Seite zu Solareingang und MPPT.

Die dritte Zahl ist die Zyklenfestigkeit. Ein Hüttenakku wird ständig entladen und wieder gefüllt, er arbeitet also deutlich härter als ein Gerät, das zu Hause in Bereitschaft steht. Lesen Sie die Schwelle, auf die der Hersteller seine Angabe bezieht, denn sie unterscheidet sich: Jackery nennt seine Werte bezogen auf siebzig Prozent Restkapazität, die übrigen auf achtzig. Zwei Angaben, die gleich aussehen, sind deshalb nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Rechnen Sie für die schlechteste Woche, nicht für die durchschnittliche

Durchschnitte helfen hier nicht. Ein Hüttensystem übersteht die dunkelste, trübste und kälteste Woche seines Jahres, oder es tut es nicht, und der Rest des Jahres erledigt sich von selbst.

In dieser Woche kommen drei Dinge zusammen. Der Tag ist kurz, die Anlage hat also wenige Stunden zum Arbeiten. Hochnebel, der in Mitteleuropa im Dezember tagelang liegen bleibt, nimmt von diesen Stunden noch einmal einen großen Teil weg. Und die Kälte senkt die Kapazität, die der Akku tatsächlich abgeben kann, vorübergehend, aber genau dann, wenn Sie sie brauchen. Gleichzeitig steigen die Lasten, weil das Licht länger brennt und alles mit Heizwendel häufiger läuft.

Daraus folgt eine Dimensionierungsregel, die sich im Juni verschwenderisch anfühlt: ein Akku, der mehrere Tage Last ohne nennenswerten Ertrag trägt, und eine Anlage, die deutlich über dem Tagesdurchschnitt liegt. Ein System, das unter guten Bedingungen genau aufgeht, ist ein System, das jeden Winter versagt.

Die andere Hälfte der Antwort ist nicht elektrisch. Gas zum Kochen, ein Holzofen für die Wärme und eine gut gedämmte Hütte nehmen genau die Lasten heraus, die kein Akku dieser Größe trägt. Strom in einer netzfernen Hütte sollte die Aufgaben erledigen, die nur Strom erledigen kann.

Wie ein Hüttentag in Laufzeit aussieht

Hier die berechneten Laufzeiten für die EcoFlow DELTA Pro 3, das größte Einzelgerät in diesem Datenbestand, über den Standardsatz an Verbrauchern.

GerätTypische LeistungsaufnahmeGeschätzte Laufzeit
Kühlschrank120 W82 Std. 54 Min.
CPAP-Gerät45 W77 Std. 22 Min.
Router und Modem15 W232 Std. 6 Min.
Fernseher90 W38 Std. 41 Min.
Mikrowelle1200 W2 Std. 54 Min.

Lesen Sie zuerst die Kühlschrankzeile, denn in einer Hütte ist der Kühlschrank meist der einzige Verbraucher, der nie abschaltet, und sein Kompressor zieht etwa ein Drittel jeder Stunde statt durchgehend. Lesen Sie die Routerzeile als Stellvertreter für Licht und Kleinelektronik, wo die meisten Hüttentage tatsächlich liegen. Und lesen Sie die Zeile mit der Mikrowelle als Warnung: Verbraucher mit hoher Aufnahme sind in Minuten pro Tag bezahlbar und in Stunden ruinös.

Die Werte unterstellen einen Wirkungsgrad des Wechselrichters, weil kein Hersteller einen veröffentlicht, und die Annahme steht offen auf der Methodikseite, statt in einer einzigen Zahl zu verschwinden.

Module: die Obergrenze ist keine Rate

Die Nennleistung einer Anlage wird unter Bedingungen gemessen, die Ihre Hütte selten erlebt. Der wirkliche Ertrag fällt mit Dunst, mit dem Winkel zwischen Modul und Sonne, mit der Temperatur und mit jeder Verschattung. Ein einzelner Ast über einer Ecke kostet weit mehr, als seine Fläche vermuten lässt, weil Module intern in Strängen verschaltet sind.

Zwei praktische Folgerungen. Erstens: Dimensionieren Sie die Anlage großzügig gegen den Tagesbedarf statt genau, und akzeptieren Sie, dass sie im Juni überdimensioniert ist. Zweitens: Der Neigungswinkel zählt in unseren Breiten im Winter viel mehr, als die meisten denken. Ein steil aufgestelltes Modul fängt eine tief stehende Dezembersonne ein, die ein flach liegendes praktisch verfehlt, und es bleibt nebenbei eher schneefrei. Ein Dach, das für Schneelast steil gebaut wurde, passt oft zufällig genau dafür.

Danach halten Sie die Anlage gegen die Obergrenze des Geräts. Was mehr eingespeist würde, als das Gerät annimmt, ist verloren und wird schlicht nicht geerntet. Diese Zahl deckelt das ganze System, und sie ist der Grund, warum ein Gerät mit hohem Solareingang kostet, was es kostet.

Erweitern schlägt einmal groß kaufen

Niemand dimensioniert ein Hüttensystem aus einer Tabelle heraus richtig. Der erste Winter lehrt Sie, wie die Lasten wirklich aussehen, wie viel die Kälte nimmt und welche Gewohnheiten sich als teuer erweisen. Die Entwurfsfrage lautet deshalb nicht, wie groß Sie kaufen sollen, sondern wie falsch Sie sich irren dürfen.

Ein erweiterbares Gerät beantwortet das günstig. Beginnen Sie mit einem Akku für eine realistische Schätzung, leben Sie einen Winter damit, und ergänzen Sie einen zweiten am selben Gerät, wenn die Schätzung zu knapp war. Bei einem festen Gerät kostet derselbe Irrtum die ganze Maschine, und Sie verkaufen ein völlig intaktes Gerät.

Für eine Hütte kommt ein zweites Argument dazu. Kapazität, die später ergänzt wird, kann ergänzt werden, wenn das Geld da ist, und das passt zu einem Gebäude, das ohnehin in Etappen verbessert und selten auf einmal fertig wird. In einer Kleingartenanlage kommt ein drittes dazu: Wo die Ordnung der Anlage feste Installationen einschränkt, ist ein transportables Gerät mit einem aufstellbaren Modul oft die einzige Lösung, die überhaupt zulässig ist, und sie geht im Herbst mit nach Hause.

Drei Geräte für drei Größen von Hütte

Gartenhaus oder Wochenendhütte mit kleinen Lasten. Die BLUETTI Elite 100 V2 speichert 1 024 Wh und liefert 1 800 W dauerhaft, aber hier steht sie wegen des Solareingangs: Sie nimmt bis zu 1 000 W auf, was für ihre Größe eine hohe Obergrenze ist, und ihre Zellen sind ausgelegt auf 4 000 Zyklen bis 80 %. Mit 11,5 kg kann sie außerdem mit nach Hause kommen.

Eine Hütte, in der wochenweise gelebt wird. Die BLUETTI Apex 300 speichert 2 764,8 Wh, liefert 3 840 W dauerhaft und nimmt bis zu 2 400 W Solarleistung auf. Sie ist ausgelegt auf 6 000 Zyklen bis 80 %, den höchsten Wert in diesem Datenbestand, und genau darauf sollte ein hart zyklisierter Hüttenakku ausgewählt werden. Sie ist Erweiterbar.

Eine Hütte, die einen Haushalt trägt. Die EcoFlow DELTA Pro 3 speichert 4 096 Wh und nimmt bis zu 2 600 W auf, die weiteste Eingangsgrenze hier, bei 4 000 W Dauerleistung und Zellen, die für 4 000 Zyklen bis 80 % ausgelegt sind. Sie ist Erweiterbar auf 12 000 Wh. Mit 51,5 kg wird sie einmal aufgestellt und nie wieder bewegt.

Rechnen Sie Ihre eigene Hütte durch

Listen Sie jeden Verbraucher auf, den die Hütte tatsächlich hat, mit der Angabe von seinem eigenen Typenschild, und schicken Sie sie zweimal durch den Laufzeitrechner: einmal für einen Sommertag und einmal für einen Dezembertag, an dem das Licht den ganzen Abend brennt. Der Abstand zwischen beiden Antworten ist das System, das Sie kaufen müssen.

Ist die Hütte in Wahrheit ein Fahrzeug, verschiebt der Abschnitt zum Laden über die Lichtmaschine im Ratgeber für Wohnmobil und Camper die Rechnung deutlich zu Ihren Gunsten. Soll dasselbe Gerät zu Hause einen Stromausfall überbrücken, gilt der Teil zur Lagerung im Ratgeber zum Stromausfall für genau dieses Gerät.

Häufige Fragen

Ersetzt eine Powerstation eine richtige Inselanlage?

Für eine kleine Hütte oft ja. Sie kommt mit Wechselrichter, Laderegler, Batteriemanagement und Schutzschaltungen, die bereits zueinander passen, und das nimmt die meisten Wege weg, auf denen ein Eigenbau schiefgeht. Aufgeben müssen Sie dafür die Freiheit, jede Komponente einzeln zu dimensionieren und unbegrenzt zu erweitern.

Lädt sie im Winter?

Sie lädt mit dem, was die Module hergeben, und das kann im Dezember über Wochen sehr wenig sein. Die härtere Grenze ist die Temperatur: Die meisten Geräte verweigern unter null Grad die Ladung, und zwar absichtlich. Der Akku gehört also in den beheizten Teil der Hütte und nicht in einen Schuppen oder Vorraum.

Kann ich sie zwischen zwei Besuchen laufen lassen?

Ein Gerät, das in Ihrer Abwesenheit einen Kühlschrank oder eine Kamera versorgt, zyklisiert durchgehend, und das geht von der Zyklenfestigkeit ab. Prüfen Sie außerdem, ob die Anlage allein diese Grundlast durch den dunkelsten Monat trägt, denn es ist niemand da, der bemerkt, wenn sie es nicht tut.

Wie viele Module brauche ich?

Rechnen Sie rückwärts vom Tagesbedarf Ihrer Verbraucher und schlagen Sie großzügig auf für Bewölkung, Winkel und kurze Wintertage. Halten Sie die Summe gegen den maximalen Solareingang des Geräts, denn alles darüber wird nicht geerntet, und prüfen Sie vor der Bestellung das Spannungsfenster, das entscheidet, was sich überhaupt verschalten lässt.

Was ist mit einer Brunnen- oder Gartenpumpe?

Eine Pumpe läuft in kurzen Stößen, die Energie ist also überschaubar, aber sie zieht beim Anlauf des Motors eine deutliche Spitze. Halten Sie die Betriebsleistung gegen die Dauerleistung und den Anlaufstoß gegen eine klassische Spitzenleistung, nicht gegen einen Boost-Modus, der die Spannung absenkt. Spannungsabsenkende Modi passen zu Heizgeräten, nicht zu Motoren.