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Powerstation für Wohnmobil und Campervan auswählen

Im Camper wird der Akku fast täglich entladen und wieder gefüllt. Deshalb entscheiden zwei Werte den Kauf: die angegebene Zyklenfestigkeit und die Frage, ob sich später ein Zusatzakku anschließen lässt. Rechnen Sie um einen Kühlschrank herum, der nie abschaltet, klären Sie, wie der Akku während der Fahrt wieder voll wird, und messen Sie den Stauraum aus, bevor Sie Datenblätter vergleichen.

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Ein Camper bedeutet täglichen Zyklus, und das ordnet das Datenblatt neu

Eine Powerstation, die für Stromausfälle gekauft wurde, wird vielleicht ein paar Mal im Jahr leer und wieder voll. Im Wohnmobil passiert das an den meisten Tagen. Dieser eine Unterschied stellt die Reihenfolge der wichtigen Werte komplett um.

Die Zyklenfestigkeit ist dann keine Fußnote mehr, sondern die Zahl, an der hängt, wie viele Jahre Sie das Gerät behalten. Lesen Sie sie genau, denn sie ist ein Versprechen über Alterung, nicht über Ausfall: Nach der genannten Zyklenzahl hält der Akku noch einen bestimmten Anteil seiner ursprünglichen Kapazität. Der Haken ist, dass die Hersteller nicht denselben Anteil ansetzen. Jackery bezieht seine Angaben auf siebzig Prozent Restkapazität, die übrigen auf achtzig. Zwei Werte, die vergleichbar aussehen, sind es also nicht. Diese Seite nennt deshalb bei jeder Zyklenangabe die zugehörige Schwelle, und die Methodikseite erklärt den Rest der Wertung.

Der zweite Wert ist die Erweiterbarkeit. Fast niemand trifft die Größe eines Camper-Systems im ersten Anlauf, weil sich ein Kühlschrank anders verhält als gedacht und die Tage ohne Sonne länger dauern als erwartet. Bei einem erweiterbaren Gerät kostet dieser Irrtum einen Zusatzakku. Bei einem festen kostet er die ganze Maschine.

Der Kühlschrank setzt den Grundwert, und er hört nie auf

Im Camper ist der Kühlschrank keine Wochenendlast, sondern eine dauerhafte. Er läuft im Sommer, wenn Sie es wollen, und im Winter, wenn Sie ihn vergessen haben. Sein Kompressor zieht etwa ein Drittel der Zeit, bei Hitze mehr, bei Kälte weniger, und dieser Anteil verschiebt eine Laufzeitschätzung stärker als jede andere Annahme.

Wenn Sie umbauen und die Wahl haben: Ein Kompressorkühlschrank verbraucht deutlich weniger als ein Absorberkühlschrank im Elektrobetrieb. Der Absorber ist am Landstrom oder am Gas zu Hause, nicht an einer Powerstation, und wer ihn elektrisch betreiben will, kauft sich die Last selbst ein.

Unten die berechneten Laufzeiten für die Anker SOLIX C2000 Gen 2, ein Gerät in der typischen Campergröße, über den Standardsatz an Verbrauchern.

GerätTypische LeistungsaufnahmeGeschätzte Laufzeit
Kühlschrank120 W41 Std. 27 Min.
CPAP-Gerät45 W38 Std. 41 Min.
Router und Modem15 W116 Std. 3 Min.
Fernseher90 W19 Std. 21 Min.
Mikrowelle1200 W1 Std. 27 Min.

Lesen Sie die Kühlschrankzeile als Ihren Grundtag und ziehen Sie davon ab. Licht, Notebook, Lüfter, Wasserpumpe und Handyladen sind einzeln klein, zusammen aber nicht nichts, und im Camper laufen sie jeden Tag statt an einem Wochenende. Ein Gerät, das genau den Kühlschrank deckt und sonst nichts, ist zu klein gewählt.

Laden während der Fahrt

Fahren ist die verlässlichste Ladequelle, die ein Camper hat, denn es funktioniert nachts, bei Regen und im Winter, also genau dann, wenn Solar nicht liefert. Es gibt zwei Wege, und sie liegen weit auseinander.

Die Bordsteckdose gibt einen Tropfen ab. Sie füllt ein Gerät über einen langen Fahrtag ein Stück weit auf und wird einen großen Akku nie vollbekommen. Als Ergänzung taugt sie, als Plan nicht.

Ein Ladebooster an der Lichtmaschine ist eigene Hardware, verdrahtet mit dem Bordnetz, und er bewegt echte Leistung. Wenn das Fahrzeug nennenswert Kilometer macht, ist das die Aufrüstung, die dem ganzen Aufbau die Nervosität nimmt, und sie gehört neben die Powerstation geplant, nicht dahinter. Bei neueren Fahrzeugen kommt ein Punkt dazu, den Selbstausbauer regelmäßig unterschätzen: Eine geregelte Lichtmaschine mit Rekuperation liefert nicht durchgehend eine feste Spannung, und ein einfacher Trennschalter lädt daran nur unzuverlässig. Ein Ladebooster ist in diesem Fall keine Komfortoption, sondern die Voraussetzung. Prüfen Sie zuerst, welchen Gleichstromeingang das Gerät annimmt und in welchem Spannungsfenster, denn an dieser Paarung scheitern die meisten Ausbauten.

Solar auf dem Dach, und was die Eingangsgrenze wirklich sagt

Ein Camperdach hat eine feste Fläche, und meistens setzt diese Fläche die Obergrenze für die Ernte, nicht die Powerstation. Trotzdem zählt der maximale Solareingang des Geräts doppelt. Er begrenzt, was Sie an einem guten Tag einspeisen können, und sein Spannungsfenster entscheidet, welche Module sich überhaupt anschließen lassen. Wer erst Module kauft und dann das Gerät, endet mit einer Anlage, die seine Station nicht annimmt.

Behandeln Sie den veröffentlichten Maximalwert als Decke, nicht als Rate. Flach auf einem Dach montierte Module, und mehr hat kaum ein Camper, verlieren gegenüber zur Sonne geneigten Modulen einen erheblichen Anteil ihrer Nennleistung, und eine verschattete Ecke kostet mehr, als ihre Fläche vermuten lässt. Rechnen Sie die Anlage auf durchschnittliche Tage aus, nicht auf den besten.

In unseren Breiten liefert das Dach zwischen November und Februar über Wochen fast nichts. Ein Camper, der sich allein darauf verlässt, wird in dieser Zeit über die Lichtmaschine oder über Landstrom geladen, und der Aufbau sollte das von vornherein vorsehen, statt dagegen anzukämpfen.

Platz, Gewicht und der Ort, an dem das Gerät wirklich steht

Messen Sie den Stauraum aus, bevor Sie Datenblätter vergleichen. Ein großes Gerät, das nicht unter die Sitzbank passt oder eine Schublade blockiert, wird zum dauerhaften Ärgernis. Zwei Geräte mit gleicher Kapazität können sehr unterschiedliche Grundflächen und sehr unterschiedliche Anschlussseiten haben, und bei fester Montage muss die Seite mit den Steckdosen nach vorn zeigen.

Das Gewicht zählt im Camper weniger als im Zelt, aber es hört nicht auf zu zählen. Es geht von der Zuladung ab, und die ist bei einem Fahrzeug bis dreieinhalb Tonnen knapper, als die meisten glauben, sobald Wasser, Gas, Werkzeug, Fahrräder und Personen dazukommen. Wer die zulässige Gesamtmasse überschreitet, hat kein technisches Problem, sondern ein rechtliches. Und einmal muss das Gerät trotzdem hineingehoben werden, meist allein, in einer unbequemen Haltung.

Die Belüftung wird am häufigsten vergessen. Diese Geräte haben Lüfter, und ein Lüfter in einem dicht verbauten Staufach bläst sich seine eigene warme Luft zurück ins Gesicht. Lassen Sie einen Luftweg frei und halten Sie Bettzeug davon fern.

Drei Geräte für drei Arten von Ausbau

Kleiner Ausbau mit Luft nach oben. Die EcoFlow DELTA 3 Plus speichert 1 024 Wh bei 12,5 kg und ist Erweiterbar auf 5 000 Wh. Genau darum geht es bei ihr: mit einem Akku anfangen, der in einen kleinen Kastenwagen passt, und nach einer Saison ergänzen statt ersetzen, falls die Größe daneben lag. Sie nimmt bis zu 1 000 W Solarleistung auf, und ihre Zellen sind ausgelegt auf 4 000 Zyklen bis 80 %.

Der übliche Camperausbau. Die Anker SOLIX C2000 Gen 2 bringt 2 048 Wh mit 2 400 W Dauerleistung, wiegt 18,9 kg und ist Erweiterbar auf 4 096 Wh. Zellen, die auf 4 000 Zyklen bis 80 % ausgelegt sind, passen zum täglichen Zyklus, und für ihre Kapazität ist sie leicht, was jedes Mal zählt, wenn sie doch einmal aus dem Fahrzeug muss. Der Vergleich mit der BLUETTI Elite 200 V2 zeigt die Abwägung im Detail.

Dauerhaftes Wohnen im Reisemobil. Die BLUETTI Apex 300 speichert 2 764,8 Wh, liefert 3 840 W dauerhaft, nimmt bis zu 2 400 W Solarleistung auf und ist ausgelegt auf 6 000 Zyklen bis 80 %, den höchsten Wert in diesem Datenbestand. Mit 38,0 kg ist sie eine Installation und kein tragbares Gerät mehr, und für jemanden, der ganzjährig an Bord lebt, ist genau das die richtige Entscheidung.

Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Kühlschrank

Nehmen Sie die Leistungsangabe des Kühlschranks, der tatsächlich eingebaut ist, nicht einen Durchschnittswert, und schicken Sie sie durch den Laufzeitrechner. Stellen Sie den Anteil der Zeit unter Last für den Sommer hoch und für den Winter herunter, und Sie erhalten zwei sehr verschiedene Antworten. Dimensionieren Sie nach der Sommerantwort.

Wenn dasselbe Gerät am Wochenende auch zu Fuß mitkommen soll, zieht das Gewichtsargument aus dem Camping-Ratgeber in die Gegenrichtung und drückt Sie womöglich eine Klasse tiefer. Und wenn der Camper in Wahrheit ein fester Standort ist, deckt der Ratgeber für die netzferne Hütte den reinen Solarfall direkter ab.

Häufige Fragen

Ersetzt eine Powerstation eine fest verbaute Aufbaubatterie?

Für viele Ausbauten ja. Sie kommt mit Wechselrichter, Laderegler, Ladegerät und Schutzschaltungen, die bereits zum Akku passen, und das nimmt die meisten Wege weg, auf denen ein selbst gebautes System schiefgeht. Aufgeben müssen Sie dafür die Freiheit, die Zellen tief und verteilt einzubauen und jede Komponente einzeln zu dimensionieren.

Wie viele Zyklen verbraucht ein Camper im Jahr?

Nahe an einem pro Tag, wenn der Akku wirklich leer gefahren und wieder gefüllt wird, deutlich weniger, wenn er nachgeladen wird, bevor er leer ist, denn eine Teilentladung ist ein Teilzyklus. Halten Sie die Angabe gegen diese Rate, um die realistische Nutzungsdauer zu sehen, und prüfen Sie immer die Schwelle, auf die der Hersteller sie bezieht.

Läuft eine Klimaanlage daran?

Ein mobiles Klimagerät braucht viel Dauerleistung und über eine Nacht sehr viel Energie, es passt also nur zu den größten Akkus. Prüfen Sie zuerst die Betriebsleistung gegen die Dauerleistung des Geräts, dann den Energiebedarf über die Stunden, die Sie es brauchen. An der zweiten Rechnung scheitert es meistens.

Soll sie am Landstrom dauerhaft eingesteckt bleiben?

Ja, und nutzen Sie den langsameren Lademodus, wenn das Gerät einen anbietet. Wärme ist das, was Zellen altern lässt, und schnelles Laden erzeugt Wärme. Heben Sie den Schnellmodus für die Fälle auf, in denen Sie vor der Weiterfahrt zügig wieder voll sein müssen. Beachten Sie außerdem die Absicherung der Stromsäule, die auf vielen Plätzen bei sechs oder zehn Ampere liegt.

Schadet die Kälte im Winter dem Akku?

Kälte senkt die verfügbare Kapazität vorübergehend, und das kommt zurück, sobald der Akku warm wird. Die harte Grenze ist das Laden: Die meisten Geräte verweigern es unter null Grad, und das ist ein Schutz und kein Fehler. Im Camper heißt das, der Akku gehört in den beheizten Innenraum und nicht in eine Außenstaukiste.